Es ist wieder so weit: Weihnachten steht vor der Tür. Zeit ein wenig in sich zu gehen und Abstand von der Hektik des Arbeitsalltages zu bekommen. Aber warum nicht die Zeit der Einkehr und Besinnung nutzen, um ein paar Lektionen für das eigene Business mitzunehmen?

Einer der erfolgreichsten Entrepreneure der Welt ist sicherlich der Weihnachtsmann.

Er ist eine der am besten wiedererkannten Persönlichkeiten der Welt, selbst in Kulturen, in denen gar kein Weihnachten gefeiert wird. Er vertreibt seine Geschenke weltweit quasi im Alleinvertrieb. Er wird von allen geliebt. Er schafft es trotz aller Verleumdungskampagnen („Den gibt es doch sowieso nicht!“) auch nach 200 Jahren noch Millionen Zuschriften von seinen Kunden zu bekommen. Und das Beste: Er muss nur einen Tag im Jahr arbeiten!

Wie hat der alte Kerl das nur geschafft? Und was können wir Unternehmer von einem Profi wie ihm lernen?

1. Der Weihnachtsmann sticht aus der Menge heraus

Das Business des Wünschens und Verschenkens ist hart umkämpft. Osterhase, Christkind, Eltern und neuerdings sogar Großkonzerne. Alle buhlen um die Geschenke-Gunst der Kinder.

Aber mit seinem roter Mantel, langem Rauschebart und dickem Bauch, wird der Weihnachtsmann von jedem Dreijährigen schon von weitem erkannt. Diese Alleinstellungsmerkmale, zusammen mit seinem Jingle „Ho! Ho!Ho!“ und dem Leuten der Glocken, haben sich tief in unsere Erinnerungen eingegraben. Und Santa nutzt diesen Markenauftritt gezielt auch in der vollsten Fußgängerzone, um sein Business voranzutreiben.

Wie können Sie es also schaffen Ihrer Firma ein unverwechselbares Image zu geben? Auffällige Arbeitskleidung, ein eingängiger Song oder vielleicht sogar ein fliegender Schlitten mit Rentieren? Lassen Sie ihre Firma optisch aus der Masse herausstechen und brechen Sie mit alten Konventionen – das Erinnerungsvermögen Ihrer Kunden wird es Ihnen danken.

2. Der Weihnachtsmann verteilt Geschenke, die Menschen wirklich erfreuen

Ganz ehrlich, auf was freut man sich an Weihnachten am meisten? Klar: Die Geschenke!
Und zwar nicht auf die neue Packung Socken oder den sechste Wollpullover. Nein! Wir freuen uns auf die Geschenke, die wirklich von Herzen kommen, die wir uns gewünscht haben und die für uns einen tatsächlichen Wert haben. Und da es Geschenke sind bekommen wir einfach so – ohne Hintergedanken und versteckte Haken.

Fragen Sie sich also: „Was wünschen sich unsere Kunden wirklich?“. Womit können Sie und Ihre Firma tatsächlich Mehrwert schaffen, ihre Kunden überraschen und erfreuen? Liefern Sie etwas einzigartiges und nicht einfach immer nur dieselben Socken „weil‘s die ja schon jedes Jahr gab“.

3. Der Weihnachtsmann akzeptiert nur Briefe

Den Weihnachtsmann erreicht man nicht am Telefon und schon gar nicht nachts um 3 Uhr per Blackberry. Jedes Kind weiß: Um Geschenke zu bekommen, muss man einen Wunschzettel zum Weihnachtsmann an den Nordpol schicken. Man darf keine schnelle Antwort erwarten, aber man kann sich sicher sein, dass man an Heiligabend etwas geschenkt bekommt.

Schaffen Sie Kommunikationsprozesse. Beschränken Sie den Zugang zu sich. Finden Sie Wege, wie Sie nicht rund um die Uhr für alle Erreichbar sein müssen. Und antworten Sie nicht immer sofort. Aber kommunizieren Sie diesen Prozess ganz klar, so dass jeder weiß woran er ist. Und stellen Sie sicher, dass am Ende jeder das bekommt, was ihn zufrieden stellt (auch wenn es nicht immer das ist, was er sich gewünscht hat).

4. Der Weihnachtsmann beschenkt nur die „artigen“ Kinder

„Na meine Kleine, warst du dieses Jahr auch schön artig?“ das ist wohl eine häufig gebrauchte Phrase von Eltern in der Vorweihnachtszeit. Denn wir alle wissen, es gibt nur Geschenke, wenn wir brav waren. Wir müssen in Vorleistung gehen, und unsere Bereitwilligkeit uns gut zu benehmen macht vielleicht den Unterschied zwischen einem Pony und nur einer Barbie-Puppe.

Schaffen Sie sich also beim Verkauf eine Liste potenzieller Kunden – und qualifizierenSie diese! So sparen Sie sich nicht nur eine Menge Akquise-Zeit bei Kunden, die sowieso nicht wirklich an ihrem Produkt interessiert sind. Sie erhöhen auch die Wertschätzung für ihr Produkt, dadurch dass der Kunde selbst etwas tun musste. So steigern sie Verkaufschancen und Kundenzufriedenheit enorm.

5. Der Weihnachtsmann hat die ganze Welt als Partner

Es beginnt bereits Mitte September. Und mit jeder Woche wird es schlimmer: Überall in den Geschäften Weihnachtsartikel. Schoko-Weihnachtsmänner, Weihnachts-Deko, Weihnachtsmann-Poster, etc. Besonders große Läden verkleiden sogar Mitarbeiter als Weihnachtsmänner. Und was macht der echte Weihnachtsmann gegen diese dreiste Art des Copyright-Vergehens? Nichts. Er profitiert davon!

Sehen Sie andere Firmen nicht sofort als „Feinde“ oder „Konkurrenz“. Oftmals erreicht man durch Kooperation viel mehr für alle Beteiligten und kann sich gegenseitig helfen. Wenn also demnächst jemand etwas tut, das so ähnlich ist wie ihr Angebot, oder ihre Produkte benutzt: Überlegen Sie nicht sofort, wie Sie das unterbinden. Überlegen Sie, wie Sie ihn als zukünftigen Partner und Verbündeten gewinnen können.

6. Der Weihnachtsmann hat Elfen und Rentiere

Auch eine Ikone wie der Weihnachtsmann wäre nichts ohne sein Team. Wie könnte er auch ganz alleine all die Geschenke herausfinden, verpacken, verteilen und dabei auch noch froh und lustig sein? Der Weihnachtsmann übernimmt ganz klar das Kerngeschäft (Kinder auf dem Schoss haben, durch Kamine klettern und in Talkshows auftreten) und überlässt alle repetitiven Aufgaben seinen Elfen.

Niemand kann alleine alles machen und dabei ein Imperium aufbauen … nicht einmal der Weihnachtsmann. Überlegen Sie also, welche Aufgaben tatsächlich nur von Ihnen selbst erledigt werden können – und welche Aufgaben Sie abgeben können. Gerade routineaufgaben können in den meisten Fällen bequem von Mitarbeitern, Dienstleistern oder virtuellen Assistenten übernommen werden.

In diesem Sinne: Frohe Weihnachten!

 

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Foto1 von Keith Williamson, CC-BY; Foto2 von Caitlin Regan, CC-BY

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